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Wie werden Peptide hergestellt? Synthese, Aufreinigung und Analytik im Überblick

Peptide werden hauptsächlich chemisch per Festphasensynthese oder für längere Sequenzen rekombinant hergestellt.

Aktualisiert am 04. Juli 2026 6 Min. Lesezeit

TL;DR

  • Peptide werden überwiegend chemisch (meist per Festphasensynthese, SPPS) und für längere Sequenzen rekombinant, also biotechnologisch, hergestellt.
  • Nach der Synthese folgen zwei entscheidende Schritte: die Aufreinigung (in der Regel über Umkehrphasen-HPLC) und die analytische Prüfung.
  • Die Wahl der Methode hängt vor allem von Sequenzlänge, gewünschten Modifikationen und Produktionsmaßstab ab.
  • Reinheit und Identität sind zwei verschiedene Fragen: HPLC bestimmt die Reinheit als Flächenprozent, LC-MS bestätigt die Identität über die Masse.
  • Alle hier beschriebenen Produkte sind ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke bestimmt, nicht für die Anwendung am Menschen oder Tier.

Peptide gehören zu den am stärksten wachsenden Wirkstoffklassen der letzten Jahre. Zwischen 2020 und 2024 entfielen rund 10% aller neuen FDA-Arzneimittelzulassungen auf Peptide, und mit Insulin geht das erste Therapiepeptid bereits auf die 1920er Jahre zurück. Für Labore, die mit diesen Molekülen arbeiten, stellt sich schnell eine grundlegende Frage: Wie werden Peptide hergestellt? Dieser Überblick beschreibt die beiden zentralen Produktionswege, den anschließenden Reinigungsschritt und die Analytik, mit der sich Reinheit und Identität belegen lassen. Wer zuerst wissen möchte, was Peptide sind, findet die Grundlagen in unserem Wissensbeitrag.

Wie werden Peptide hergestellt?

Peptide werden hauptsächlich auf zwei Wegen hergestellt: durch chemische Synthese, überwiegend als Festphasensynthese (SPPS), und für längere Sequenzen durch rekombinante, also biotechnologische Expression. In beiden Fällen folgen auf die eigentliche Herstellung eine Aufreinigung und eine analytische Prüfung. Erst dieser dreiteilige Ablauf, Synthese, Reinigung und Analyse, ergibt ein Produkt mit dokumentierter Reinheit und Identität. Die folgenden Abschnitte erklären jeden Schritt.

Was ist die Festphasen-Peptidsynthese (SPPS)?

Die Festphasensynthese ist die dominierende chemische Methode, bei der die Peptidkette schrittweise an einem festen Trägerharz aufgebaut wird. Robert Bruce Merrifield entwickelte das Verfahren 1963, und es gilt bis heute als bevorzugte Methode für die meisten Forschungspeptide, bis in den Kilogramm-Maßstab. Am häufigsten kommt dabei die Fmoc-Strategie zum Einsatz, benannt nach der temporären Schutzgruppe am Aminoende. Ein wesentlicher Vorteil: Über SPPS lässt sich nahezu jede Peptidsequenz zugänglich machen, einschließlich modifizierter Bausteine.

Wie läuft der Synthesezyklus ab?

Der Aufbau erfolgt in wiederkehrenden Zyklen, immer nach demselben Muster. Zuerst wird die erste Aminosäure, der C-terminale Rest, am Harz verankert, wobei reaktive Gruppen durch Schutzgruppen blockiert sind.

Jeder Zyklus besteht dann aus vier Grundschritten:

  1. Kopplung: Die nächste Aminosäure wird an die wachsende Kette gebunden.
  2. Waschen: Überschüssige Reagenzien und Nebenprodukte werden entfernt.
  3. Entschützung: Die temporäre Schutzgruppe am Aminoende wird abgespalten.
  4. Waschen: Das Harz wird erneut gereinigt, bereit für den nächsten Zyklus.

Nach dem letzten Zyklus wird das fertige Peptid vom Harz abgespalten und die verbliebenen Schutzgruppen werden entfernt. Das Ergebnis ist ein Rohpeptid, das noch Nebenprodukte enthält und deshalb aufgereinigt werden muss.

Was ist die rekombinante Herstellung von Peptiden?

Bei der rekombinanten Herstellung wird das Peptid biologisch in lebenden Wirtszellen exprimiert, statt chemisch aufgebaut zu werden. Dazu bringt ein DNA-Expressionsvektor das Gen für die Zielsequenz in Wirtsorganismen ein, häufig E. coli, Hefen wie Saccharomyces cerevisiae oder Pichia pastoris. Die Zellen produzieren das Peptid dann über ihre natürlichen biologischen Prozesse. Dieser Weg ermöglicht komplexe Faltung und posttranslationale Modifikationen, ist aber auf natürliche Aminosäuren beschränkt und erfordert eine aufwendigere Aufreinigung, etwa zur Entfernung von Wirtszellproteinen.

Chemisch oder rekombinant: was wird wann genutzt?

Die Wahl zwischen chemischer und rekombinanter Herstellung hängt vor allem von drei Faktoren ab: Sequenzlänge, benötigten Modifikationen und Produktionsmaßstab. Für die meisten kleinen Peptide bleibt die Festphasensynthese der praktische Standard, während großvolumige Moleküle wie Insulin fast ausschließlich rekombinant produziert werden. Beide Verfahren unterscheiden sich zudem in Ausbeute und Faltung. Als grobe Orientierung gilt: Für Sequenzen mit mehr als 40 Aminosäuren kann die rekombinante Expression die Herstellkosten deutlich senken.

KriteriumChemische Synthese (SPPS)Rekombinante Herstellung
Typische SequenzlängeKurz bis mittelLänger
Nicht-natürliche BausteineMöglichKaum möglich
EntwicklungszeitKürzer, schnell skalierbarLänger, komplexer
KostenvorteilBei kleinen MengenBei großem Maßstab
AufreinigungStandardisiertAufwendiger

Viele der derzeit meistdiskutierten Substanzen, etwa GLP-1-Peptide, fallen in Bereiche, in denen beide Verfahren eine Rolle spielen. Auch Kombinationsansätze aus chemischer und biologischer Herstellung sind gebräuchlich.

Wie wird aus dem Rohpeptid ein reines Produkt?

Nach der Synthese liegt zunächst ein Rohpeptid vor, das neben der Zielsequenz auch verkürzte Ketten, Nebenprodukte und Reste von Reagenzien enthält. Der übliche Reinigungsschritt ist die präparative Umkehrphasen-HPLC, die die Zielsequenz anhand ihrer Hydrophobie von diesen Verunreinigungen trennt. Das gereinigte Material wird anschließend charakterisiert. Erst danach lässt sich belastbar sagen, wie rein das Produkt ist und ob es sich tatsächlich um die gewünschte Verbindung handelt.

Wie werden Reinheit und Identität geprüft?

Reinheit und Identität sind zwei getrennte Fragen, die zwei unterschiedliche Verfahren beantworten: HPLC misst, wie viel, und LC-MS bestätigt, welches Molekül. Die HPLC bestimmt die Reinheit meist über Flächennormalisierung, also den Anteil der Hauptkomponente an der Gesamtfläche aller Peaks. Die Massenspektrometrie prüft die Identität, indem sie die gemessene Masse mit der erwarteten Masse der Zielsequenz vergleicht. Ein Wert von 99% Reinheit sagt allein noch nichts darüber aus, ob es sich um das richtige Peptid handelt, deshalb sind beide Methoden zusammen aussagekräftig.

Genau hier setzen wir bei Peptide Bestellung an. Reinheitsangaben über 99% koppeln wir an chargenspezifische Dokumentation: an das COA (Analysezertifikat), den HPLC-Bericht und den LC-MS-Bericht der jeweiligen Charge. Eine reine Prozentzahl ohne Beleg reicht aus unserer Sicht nicht aus, um eine Charge zuverlässig einzuordnen. Wie sich COA und HPLC im Detail lesen lassen, erklären wir gesondert, und die verfügbaren Analysezertifikate sind auf der Website einsehbar.

Warum ist die Herstellung für die Forschung relevant?

Für Forschungsprojekte ist die Herstellung kein Randthema, denn sie bestimmt, was im Labor tatsächlich ankommt. Verunreinigungen aus der Synthese oder Expression können Ergebnisse verzerren, und schwankende Reinheit erschwert den Vergleich zwischen Chargen. Eine dokumentierte, reproduzierbare Qualität ist daher die Grundlage für belastbare Resultate. Aus diesem Grund verstehen wir bei Peptide Bestellung Analytik und Dokumentation als festen Bestandteil des Produkts, nicht als Zugabe. Unsere Forschungspeptide sind ausschließlich für wissenschaftliche und analytische Laborzwecke bestimmt, nicht für die Anwendung am Menschen oder Tier.

Fazit

Peptide werden überwiegend chemisch per Festphasensynthese und für längere Sequenzen rekombinant hergestellt, gefolgt von Aufreinigung und analytischer Prüfung. Welcher Weg gewählt wird, entscheidet sich an Sequenzlänge, Modifikationen und Maßstab. Für die Forschung zählt am Ende weniger die einzelne Zahl auf dem Etikett als die Frage, ob Reinheit und Identität durch chargenspezifische COA-, HPLC- und LC-MS-Dokumentation belegt sind. Alle beschriebenen Produkte sind ausschließlich für Forschungs- und Laborzwecke vorgesehen.

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